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International > „1914-1918-online“ - die internationale Enzyklopädie des Ersten Weltkrieges

„1914-1918-online“ - die internationale Enzyklopädie des Ersten Weltkrieges

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Am Montag, dem 25. März wurde am Sitz des Deutschen Historischen Institutes Paris (IHA) das internationale Projekt der Online-Enzyklopädie des Ersten Weltkrieges vorgestellt. Für Arndt Weinrich, Forscher am IHA, Mitorganisator des Projektes und zudem Mitglied des wissenschaftlichen Beirates der Mission Centenaire handelt es sich ohne Frage um das größte wissenschaftliche Projekt auf deutscher Seite zum Thema 100. Jahrestag des Kriegsausbruchs.

Die Enzyklopädie verfolgt das Ziel, ein internationales Bild des Konflikts zu vermitteln, das seiner globalen Dimension gerecht wird. Sie ist frei zugänglich. Die sechs Hauptthemen (Vorkriegszeit, Gewalt, Macht, Medien, Heimatfront, Nachkriegszeit) werden in verschiedene Kategorien aufgeteilt (Personen, Organisation, Ereignisse, Objekte, Konzepte, Räume), um die historischen Ansätze zu vervielfältigen. Folgende Zahlen geben einen Einblick in den Umfang des Projektes

  • Beiträge von 90 Historikern aus 21 verschiedenen Ländern,
  • Partnerschaft mit 15 Institutionen aus 9 verschiedenen Ländern,
  • 979 geplante Einträge, über 1000 vorgeschlagene Artikel.

Oliver Janz, Professor an der Freien Universität Berlin (die Zentralstelle zur Bearbeitung der Enzyklopädie), fasst die Grundzüge des Projektes folgendermaßen zusammen: „ein globaler Zugang zu einem globalen Krieg“. Die Wahl der englischen Sprache, der Online-Präsentation und des freien Zuganges sind drei entscheidende Schritte in Richtung dieses „globalen Zugangs“, der durch die enge Vernetzung der an dem Projekt mitwirkenden Organisationen und Personen weiter gefördert wird.

Laut Jennifer Keene, Professorin an der Chapman University in Orange (Kalifornien), kann dieser globale Ansatz die Amerikaner dazu führen, sich stärker mit einem Konflikt zu beschäftigen, der sie eher wenig interessiert. Die Beteiligung der Vereinigten Staaten am Ersten Weltkrieg, trotz ihres späten Kriegseintritts 1917, stellt die ganze ethnische Vielfalt der amerikanischen Bevölkerung als Einwanderernation heraus. Die Kriegspropaganda (bei der zum ersten Mal das berühmte Plakat von Onkel Sam veröffentlicht wird, der sich direkt an den Leser wendet) rief die Bevölkerung dazu auf, sich aufgrund ihrer europäischen Herkunft am Krieg zu beteiligen (vor allem polnische und italienische Einwanderer). Der Krieg würde somit ihre Integration in der „amerikanischen Nation“ fördern. Das Projekt der internationalen Enzyklopädie könnte den amerikanischen Historikern eine globalere Sichtweise vermitteln.

Élise Julien, Dozentin am Institut für politische Studien IEP Lille und Mitglied des wissenschaftlichen Beirates der Mission Centenaire, betont die Gegenseitigkeit der Beiträge der französischen und der internationalen Forschung. Man bemerkt zunächst ein gesteigertes nationales Interesse der französischen Geschichtsforschung am Ersten Weltkrieg, das sich später zu einem multinationalen Ansatz entwickelt (internationale Dimension der Geschichte des Ersten Weltkrieges). Angesichts des herannahenden 100. Jahrestages vervielfachen sich insbesondere die grenzüberschreitenden Initiativen. „1914-1918-online“ ist ein Projekt, bei dem die größten Beiträge aus deutscher, britischer und amerikanischer Feder stammen, auch wenn zahlreiche französische Forscher am internationalen Netzwerk teilnehmen. Es ist möglich und wünschenswert, dass die Enzyklopädie zu einem wesentlichen Werkzeug der Geschichtsforschung wird. Es hängt viel von der Verbreitung der Ergebnisse, der Attraktivität des Internet-Auftritts und der Qualität der Aktualisierungen ab.